Der Lebenslauf des Boxers Samson-Körner (UA)
Bertolt Brecht 
 
Berliner Ensemble, Neues Haus
Premiere am 1. November 2018

Regie Dennis Krauß 
Bühne & Kostüm Johanna Meyer
Musik Robin Paul Braum
Dramaturgie Valerie Göhring
„[...] Ein Mensch steht auf der Bühne und erzählt vom Boxen und vom Leben, während er sich ankleidet. Wer aber meint, das wäre langweilig, weil außerordentlich handlungsarm (was es tatsächlich ist!), sieht sich völlig getäuscht. [...] Mit nur wenigen reduzierten Gesten, vor allem aber mit der Stimme gibt er dem Text Fülle und zudem Witz. Er trifft den Ton des Erzählten, mal leicht schnoddrig, mal leicht angeberisch. Es ist der Ton von einem, der sich mit leeren Händen hochkämpfen musste. Eine Lebensgeschichte, die nicht wie in der Mittelklasse von Selbstverwirklichung und individualisiertem Konsum geprägt ist, sondern von Not, Entbehrung und auch Härte. [...] Regie führte Dennis Krauß, der sich nun rühmen darf, eine Brecht-Uraufführung zustande gebracht zu haben [...] Entstanden ist ein bestechender Auftritt von einer Stunde Länge. [...] Ein Solokampf, der begeistert." 
Jakob Hayner, Theater der Zeit, Heft 01/2019

„[…] In einem etwa einstündigen Monolog des Schauspielers Oliver Kraushaar in der Rolle Samson-Körners wird dieser Text nun im Kleinen Haus des Berliner Ensembles unter der Regie von Dennis Krauß zum Leben erweckt. Johanna Meyers Bühne ist so schlicht wie möglich gehalten: Samson-Körner steht vor einer knapp vier Meter hohen, runden Scheibe, einem mal gleißend hellen, dann dämmernden brechtschen Mond. Der Boxer erzählt aus seinem Leben, anfangs nur mit einer Unterhose bekleidet, sich dann im Lauf der Zeit langsam ankleidend. Er macht die Lebenserfahrungen begreifbar, die sich in jeder Biografie irgendwann trügerisch zu Lektionen verdichten: ein überlegener Gegner, ein Aufenthalt im Gefängnis, eine Frau. Boxen, das sei schon ein besonderer Sport, sagt Samson-Körner: weil man ihn nicht spielen könne. Fußball, das könne man spielen, Boxen nicht. Er hat eine Philosophie des Boxens gefunden und damit seine eigene Existenzphilosophie. Wer diesen kurzweiligen, starken Abend gesehen hat, der versteht, was Brecht an Samson-Körner mochte."
Felix Müller, Berliner Morgenpost, 03.11.2018 


„[…] Diese inszenatorische Zurückhaltung, die völlige Konzentration auf den Ausnahmedarsteller Oliver Kraushaar und auf eine exakte Sprachregie trifft genau den Punkt. Kraushaar findet scheinbar mühelos den richtigen Ton. Die Schnoddrigkeit des Boxers, der ohne Wehleidigkeit von schwierigsten Begebenheiten erzählt, kommt überzeugend rüber. Die Tempowechsel, die wohl überlegten Pausen, das genaue Erinnern und überstürzte Rausrotzen des Textes zeigen großes schauspielerisches Können. […] Man fühlt sich klug und gut unterhalten. »Der Lebenslauf des Boxers Samson-Körner« hat beste Chancen, ein Publikumserfolg zu werden. Verdientermaßen." 
Erik Zielke, Junge Welt, 05.11.2018 


„[…] Wir sitzen im Berliner Ensemble und sehen und hören dem beeindruckenden Schauspieler Oliver Kraushaar zu, wie er als Samson-Körner vor einem Papiermond steht und eine atemlos intensive Stunde lang erzählt, wie er zum Boxer wurde."
Doris Meierhenrich, Berliner Zeitung, 04.11.2018